Bei wechselhaftem Frühlingswetter konnten wir 9 Teilnehmer zu unserem Schnittkurs begrüßen. Unser LOGL-geprüfter Fachwart für Obst- und Gartenbau und Streuobstpfleger Rainer Bubser übernahm den Schnittkurs wie immer sehr kompetent. Zu Beginn erläuterte er die Wachstumsgesetze, ging auf den Aufbau und Herkunft der Apfelbäume ein und beantwortete dazu auch viele Fragen. Insbesondere die Bedeutung von ein- und zweijährigem Holz, die verschiedenen Phasen eines Baumes (Erziehungsphase, Jugendphase, Ertragsphase und Altersphase) sowie das Verhältnis von Blatt zu Blütenmasse und den Möglichkeiten durch den Schnitt zu steuern waren Schwerpunkte seiner Ausführungen. Oftmals ist es vorteilhafter mit der Säge ein paar wenige, große Schnitte zu machen, als nur mit der Gartenschere an den Spitzen herumzuschneiden. Am Baum erläuterte Rainer Bubser die Unterschiede zwischen Leitästen und Fruchtästen, ging auf die Stammverlängerung als Mitte des Baumes ein und erläuterte die Vorteile des Oeschbergschnitts. Durch die tulpenartige Kronenerziehung können große Hochstammbäume erzogen werden, die stabile Kronen auch über viele Jahre hinweg aufweisen. Auch die Möglichkeiten, ohne Schnitt erziehend in einen Baum einzugreifen (z. B. durch Absenken oder Hochbinden) wurden erklärt. An verschiedenen Bäumen zeigte Rainer Bubser die Themen mehrmals und beantwortete die vielen interessierten Fragen. Auch auf die Pflege der Baumscheiben und der Bedeutung dieser für die Wasseraufnahme der Bäume ging er ein. Im Anschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst in Kleingruppen beim Baumschnitt zu versuchen, was von fast allen Teilnehmenden genutzt wurde – bei Rückfragen standen die Fachwarte Rainer Bubser und Johannes Föll mit Rat und Tat zur Seite. Die Teilnehmer konnten viel neues Wissen für die Pflege der eigenen Bäume mitnehmen und wir hoffen, dass die Teilnehmenden sich beim Obstbaumschnitt nun auch trauen, ihr neues Wissen aktiv anzuwenden.